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Sonntag, 2. August 2015

Die Finanzierung des Naturstammhauses

Die Finanzierung

Eine Finanzierung für ein Naturstammhaus zu bekommen ist schwieriger als für ein "normales" Haus oder ein Standardholzhaus.

Es stimmt zwar das die Banken Holzhäuser inzwischen finanzieren, meistens wollen diese aber das RAL Gütezeichen (zumindest die meisten). Dies gilt insbesondere bei Direktbanken und für die Banken der Kreditvermittler.

Wie kommt man also zu einer Finanzierung?

Es gibt Banken die sich auf solche "Ökologischen" Projekte spezialisiert haben. Da wäre zum einen die Ethikbank. Bei der Umweltbank sollte man sich eher weniger Hoffnung machen - da heißt das Thema nicht "Ökologisch" sondern Energiesparend. Und ein Naturstammhaus ist nicht besonders Energiesparend, zumindest wenn die EneV als Maßstab gilt.

Die beste Chance hat man bei seiner Hausbank, hier insbesondere bei der Volksbank. Die Volksbanken scheinen bei der Kreditvergabe etwas individueller zu agieren als zum Beispiel die Sparkasse. Die Commerzbank scheint auch in Betracht zu kommen, aus persönlicher Erfahrung kann ich das allerdings nicht Beurteilen.

Als "Geheimtip" kann ich noch die örtlichen Versicherer empfehlen. Bei Allianz und Axa gibt es auch Baufinanzierungen. Diese sind zumeist auch noch günstiger als die der Banken, meiner Theorie nach liegt das daran das Banken nur selten sehr Finanzprodukte mit sehr langen Laufzeiten anbieten. Die Versicherungen hingegen schon - können sich also intern besser refinanzieren.

Übrigens (mal als Randbemerkung): Die Zinsen für Baukredite hängen nicht an Staatsanleihen sondern an Pfandbriefen. An den Werten der Dekabank erkennt man recht gut wo sich die Kosten hinentwickeln. Zwar passen die meisten Finanzinstitute ihre Preise nicht täglich an, aber eine gute Indikation hat man hier trotzdem.

Was allen Banken gemein ist mit denen ich zu tun hatte: Ohne Eigenkapital kein Kredit. Die Banken sehen in der Kreditvergabe einfach ein Risiko dem Sie sich nicht alleine aussetzten wollen. Des weitern gilt: je größer das Ausfallrisiko desto höher der Zins (z.B. bei bau in unattraktiven Gegenden, bei wenig Eigenkapital, etc).

Mittwoch, 1. April 2015

Naturstammhaus - Normen

Es wird immer wieder behauptet das es keine Normen gibt - und dass das ja auch garnicht ginge weil das alles Handwerk ist - und individuell - und so weiter und so fort.

Richtig ist das sich die Deutschen Naturstammbauer nicht zusammentun um mal eine Norm anzustoßen. Jeder hat so seinen kleinen Geheimnisse die er nicht verraten möchte (wobei - so richtig geheim sind die Kniffe auch nicht)

Vorneweg - das stimmt nicht. Erstens ist das schon individuell aber grundlegend bleibt das Prinzip gleich (Stamm anzeichnen, sägen, drauflegen, etc.). Es wird nicht jedes mal alles neu erfunden. Es mag sein das einzelne Firmen für das gleiche Problem verschiedene Lösungen haben und manche besser sind und manche schlechter. Es stimmt auch das manche Firmen einige Lösungen nicht anbieten, sei es weil Sie die Lösung nicht kennen oder diese für unsinnig halten (ich habe glaube ich schon 5 verschiedene Detaillösungen bei den Gleitrahmen gesehen).

Ersteinmal gibt es die ILBA log building standards (International log builders association). Da steht schon mal relativ viel drin. Das geht von der Verwindung des Stammes, über den Feuchteschutz in der ersten Lage bis zu den Abständen von Wänden und Fenstern bis zu der Anflanschung von Trockenbauwänden. Es kann schon sein das es für einen einzelnen Aspekt eine bessere Lösung gibt - aber insgesamt gesehen stimmt schon was da drinnen steht. In Amerika steht auch das ein oder andere Naturstammhaus und die brechen auch nicht alle zusammen oder faulen weg.

Auch in Deutschland gibt es die ein oder andere sinnvolle Norm. Da sei zum Beispiel mal die DIN 68800-1 genannt. Die dreht sich um Holzschutz und die Erkenntnisse darin sind auch nicht von Laien zusammengetragen worden. Es gibt also durchaus Normen - und es gibt auch Normen die im Naturstammhausbau Anwendung finden können. Wenn in der Norm drin steht das Western Red Ceddar nun mal wiederstandsfähiger gegen Pilze ist als Weistanne dann hat sich das keiner ausgedacht sondern da gab es irgendwo eine Untersuchung zu. Gleiches gilt auch für Insektenbefall.
Etwas ungeschickt ist nun das man die Normen im Internet nicht einfach anschauen kann - wenn man eine Hochschule vor Ort hat kann es sein das man eine Normen - Auslagestelle in der Bibliothek hat. Ich finde allerdings die Infos auf der Website von Holzfragen sehr informativ - und da werden auch viele relevante Normen zitiert.

Das beim Handwerk und Bau von anderen gerne behauptet wird: "Die haben doch keine Ahnung" ist jetzt nicht unbedingt unüblich. Es kann ja schon sein das jemand es besser weiß, aber wenn eine Aussage entgegen dem steht was irgendwo schwarz auf weiß steht sollte man es sich genau überlegen. Ach ja, einen neutralen Dritten gibt es meiner Meinung nach in dem Bereich nicht.

Ob ihr gewisse Normen anziehen wollt oder nicht liegt bei euch - aber denkt dran, wenn es nichts gibt gegen das man messen kann ist es auch schwer zu bestimmen ob ein Fehler vorliegt oder nicht.

Der Blockbaukurs

Ich habe nun eine Woche lang mal ausprobiert was es bedeutet ein Naturstammhaus zu bauen. Den Kurs habe ich bei "Die Blockhausbauer" gemacht.

Zum Ablauf:
Tag 1: Diashow mit Bildern von Naturstammhäusern und Erklärungen dazu. Nachmittags ab auf den Bauplatz. Hier haben wir gelernt wie man die erste Lage macht
Tag 2: Erst mal grundlegendes zum Anzeichnen und Bearbeiten der Stämme. Die ersten Lagen wurden (noch mit etwas Hilfe) gelegt).
Tag 3: Es ging Lage für Lage in die Höhe
Tag 4: Abschluss bei dem gezeigt worden ist wie man eine Decke einzieht und Dachpfetten macht.
Tag 5: Einige Häuser und Hütten anschauen und sich anhand der Detail erklären lassen was den richtig und was falsch ist. Anschließend kann man noch Spezialwerkzeug und "Zubehör" kaufen.


Alles in allem halte ich den Kurs mit 780,- Euro für sehr günstig, der Preis wäre auch noch angebracht wenn er etwas höher wäre. Bei 5 Übernachtungen mit "Vollpension", den Geräten (und teilweise Schutzausrüstung), dem Material und dazu noch dem Unterricht ist das sehr fair.

Was der Kurs kann: Einem ein solides Grundwissen zum Thema Naturstammhaus zu vermitteln, das Vorgehen und die Arbeitsweise bei der Erstellung beibringen. Ich würde mal sagen für eine Gartenhütte oder eine kleine Sauna reichen die Kenntnisse nach dem Kurs aus. Da ist es auch nicht schlimm wenn eine Kleinigkeit nicht passt.

Was der Kurs nicht kann: Man ist anschließend nicht in der Lage sich ein Heim als Naturstammhaus selber zu bauen, dazu fehlt einfach zu viel Detailwissen über Konstruktion, Aufbau, Holzschutz (chemisch und konstruktiv), Umgang mit weiteren Geräten, Detaillösungen (Gleitrahmen, Wandanschlüsse, Leitungsverlegung, etc.). Das geht dann nur mit Hilfe (wie man an die ran kommt wird im Kurs aber gesagt).

Montag, 2. März 2015

Das Holz für den Naturstammhausbau

Themen rund ums Holz

Beim Holz spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Will ich eher ein dunkles Naturstammhaus haben oder ein helles? Wie gut soll das Holz isolieren? Welche Eigenschaften wünsche ich mir? Zum Bau von Naturstammhäusern nimmt man eigentlich Nadelhölzer (zumindest in Deutschland). Jetzt gibt es die langläufige Ansicht das Holz wesentlich aufwändiger in der Erhaltung ist als Stein - und ja, das ist so. deswegen ist es als Baustoff aber nicht weniger tauglich.

Wiederstandsfähigkeit:
Hier gibt es verschiedene Meinungen, aber das sind eben nur Meinungen. Mir wurde zum Beispiel von einem Verkäufer von Kiefer abgeraten, weil das immer Probleme geben würde. Kurz drauf hat mir ein Forsterzählt das er nichts von Fichten und Tannen hält, die bekämen so leicht Pilze (was übrigens die präferierte Holzart des Ersteren war).

Kiefer:
Wiederstandsklasse gegen Holzpilze: 3-4 (wenig bis mäßig dauerhaft)
Wiederstandklasse gegen Insekten: anfällig
Rissbildung:
Besonderheiten: Besonders anfällig gegen Bläuepilz
Ausdunklung Holzfarbe: Leicht rötlich

Fichte:
Wiederstandsklasse gegen Holzpilze: 4 (wenig dauerhaft)
Wiederstandklasse gegen Insekten: sehr anfällig (auch Kernholz)
Rissbildung:
Ausdunklung Holzfarbe:

Tanne:
Wiederstandsklasse gegen Holzpilze: 4 (wenig dauerhaft)
Wiederstandklasse gegen Insekten: sehr anfällig (auch Kernholz)
Rissbildung:
Ausdunklung Holzfarbe: hellgelb / hellgrau

Polarkiefer
Wiederstandsklasse gegen Holzpilze:
Wiederstandklasse gegen Insekten:
Rissbildung:
Ausdunklung Holzfarbe: Leicht rötlich

Lärche
Wiederstandsklasse gegen Holzpilze:
Wiederstandklasse gegen Insekten:
Rissbildung:
Ausdunklung Holzfarbe:

Douglasie
Wiederstandsklasse gegen Holzpilze: 3-4 (wenig bis mäßig dauerhaft)
Wiederstandklasse gegen Insekten:
Rissbildung:
Ausdunklung Holzfarbe: Dunkles Rotbraun

Sibirische Lärche (bei über 700 kg/m³)
Wiederstandsklasse gegen Holzpilze: 3 (mäßig dauerhaft)
Wiederstandklasse gegen Insekten: anfällig
Rissbildung:
Ausdunklung Holzfarbe:

Western Red Ceddar
Wiederstandsklasse gegen Holzpilze: 2 (dauerhaft)
Wiederstandklasse gegen Insekten: mäßig dauerhaft
Rissbildung:
Ausdunklung Holzfarbe: Dunkelrot


Winterholz / Sommerholz:
Im Sommer steht der Baum voll im Saft - alles was einem Pilz oder einem Insekt halbwegs lecker erscheint befindet sich dann im Holz. Natürlich hat der Baum dagegen Verteidigungsmechanismen (Öle, Harze) aber das hilft auch nichts mehr wenn der Baum erst mal gefällt ist. Außerdem enthält das Holz dann mehr Wasser. Sprich Sommerholz ist von vorneherein anfälliger gegen Insekten und Pilze, dazu kommt noch das es eher Risse gibt da mehr Feuchtigkeit wegtrocknet bis der Stamm im klimatischen Gleichgewicht mit seiner Umgebung ist. Auf Winterholz trifft das nicht zu, der Stamm führt nicht so viel Wasser, das Holz enthält weniger Nährstoffe, etc.

Auf dem unteren Bild kann man deutlich den Unterschied sehen - der obere Stamm musste im Sommer nachgeschlagen werden da beim Bau das Holz ausgegangen war, der Untere wurde ganz normal im Winter geschlagen.


Der ein oder andere Bauernhof wird als Brandnerhof bezeichnet - das heißt das die Gebäudequalität niedrig ist. War in früheren Zeiten mal ein Gebäude abgebrannt und musste ersetzt werden so musste im Sommer notgedrungen Holz dafür geschlagen werden und verbaut werden. Das hat eben im vergleich zu Winterholz eine schlechtere Qualität weswegen Höfe die so errichtet wurden "Brandnerhöfe" genannt wurden.


Mondphasenholz:
Ich meide Esoterikläden, veräpple gerne Menschen die mich mit spirituellen Themen konfrontieren und die meisten Naturheilverfahren rangieren für mich in der gleichen Kategorie wie Gesundbeten und schwarze Magie. Bis vor kurzem dachte ich auch so von Mondholz. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen das es einen großen Einfluss haben kann. Nachdem ich nun etliche Naturstammhäuser gesehen habe kommen mir zumindest starke Zweifel ob das nicht doch stimmt. Die beiden Häuser die ich gesehen habe die aus Mondholz gebaut sind haben definitiv weniger Risse als die anderen Häuser. Dabei stehen die Häuser in der gleichen Region.
Mondholz muss übrigens nicht unbedingt bei Neumond komplett gefällt werden. Es reicht wenn die äußere Schicht (Cambrium) entfernt wird und die Bäume dann später gefällt werden. Das wäre auch ein ziemlicher Aufwand - ein bei einem Haus aus knapp 80 Stämmen hätten die Forstarbeiter ganz schön was zu tun.